„  L e b e n s g e m e i n s c h a f t  „   one of these days

 

Das Individuum ist nicht mehr jugendlich unförmig, sondern bereits (vier-)kantig erwachsen aus Erfahrung.

Konventionen,  Erziehung haben das Einzelleben angepasst und gerundet durch und für das Gemeinschaftsleben.

Die Lebensform bleibt aber (oben) offen, für einige mehr, für andere weniger offen scheint es, doch letztlich haben alle die gleiche Öffnungs-, Bildungschance. Aber einige sind aufnahmebereit offen nach oben, einige verklemmt und sich hindernd zur Seite offen, aber nie bleibt das Leben (ab-)geschlossen, ständig erfolgen Ein-Flüsse der Umwelt, immer wieder „in one of these days“.

Das Leben in der Gemeinschaft geschieht nicht (parallel) kontaktlos, sondern ständig in Berührung mit dem Anderen, mal zart/liebevoll berührend, mal anlehnend, mal  überschneidend, mal unkonventionell, empfindungslos, ja fast rücksichtslos jedwede Berührung suchend, mal reibend, mal stoßend ( auch mal an-, abstoßend bis zum Ab-Bruch, was aus ästhetischen Gründen fürs Gesamtkunstwerk sich verbietet) .

Das ist unsere Gemeinschaft, in der die Individualschicksale in „unendlicher Gleichgültigkeit“ zusammengeschweißt sind oder könnte es doch göttliche, wahrnehmende, leitende Fügung sein ?

Diese unsere Lebensgemeinschaft liegt zudem auf einem unveredelten, ungeschönten Sockel-
fundament aus hölzerner Natur, das nicht glatt und sicher erscheint. Die Stabilität ist fraglich, denn das Natur-Fundament zeigt Risse, die bedrohlich bis ins Innere reichen.

In dieser Situation lebt das Individuum mit Nachsicht und in Demut – doch nicht als sich ängstigender, sich klein Machender oder als  Leugnender des eingenen Wertes, sondern in realistischer Selbsteinschätzung des in sein Ringinneres aufgenommenen Wissens- und Erfahrungsschatzes und kann so einen frei-unabhängigen, eigenen und  selbstbewussten Lebensweg gehen.  

(Anlehnung an Gedanken von Carsten Bachert zur Plastik Demut)

Gedanken zur Plastik von Carsten Bachert


von Georg Schleuning